2011
Petra Birkenbeil, Leiterin der Hauptabteilung Finanzen
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Finanzen

II. Haushaltsplan 2012
Die nachfolgenden Erläuterungen zum Wirtschaftsplan 2012 beziehen sich ausschließlich auf die EBS-Systematik.

Betriebshaushalt 2012
Der Betriebshaushalt 2012 schließt mit einem Defizit von 116,0 Mio. Euro.

Erträge
Die Summe der Erträge im Geschäftsjahr 2012 beträgt 2 028,1 Mio. Euro und liegt damit um 34,6 Mio. Euro über dem Niveau des Vorjahres.

Der Ansatz für die Erträge aus Fernsehgebühren liegt mit 1 719,3 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahresplanwertes. Dabei wird im Jahr 2012 das bisherige Finanzierungsmodell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks letztmalig Verwendung finden. Seine Reform war durch die Flut neuer multifunktionaler Endgeräte unumgänglich geworden. Ab 2013 greift der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag, der im Gegensatz zum bisherigen gerätebezogenen System ein Beitragssystem für Wohnungen und Betriebsstätten vorsieht, welches einfacher, effektiver und gerechter sein wird.

Die Netto-Werbeerträge sind in Höhe von 125,0 Mio. Euro veranschlagt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 14,0 Mio. Euro. Der Zuwachs resultiert aus der im Vergleich zum Vorjahr größeren Anzahl an Sportgroßereignissen wie den Olympischen Sommerspielen in London oder der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Damit liegt der Anteil der Werbeerträge an den Gesamterträgen mit 6,2 Prozent um 0,6 Prozentpunkte über dem Niveau des Vorjahres. Für das ebenfalls unmittelbar vom Sport profitierende Sponsoring erhöht sich der Ansatz gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Mio. Euro auf 23,3 Mio. Euro.

Die Verwertungserlöse liegen mit 32,7 Mio. Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres (+ 1,1 Mio. Euro).

Die geplanten Einnahmen aus Mieten und Pachten in Höhe von 1,5 Mio. Euro zeigen sich im Vorjahresvergleich bedingt durch den Teilverkauf der Immobilie in Unterföhring deutlich reduziert (./. 2,2 Mio. Euro).

Bei den Anderen Erträgen ergibt sich mit Erträgen von 100,2 Mio. Euro ein erheblicher Zuwachs (+ 13,4 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahr. Im Wesentlichen tragen hierzu positive Ertragserwartungen sowohl bei der Gewinnausschüttung der Tochtergesellschaft ZDF Enterprises als auch bei mehreren kleineren Ertragspositionen bei. Darüber hinaus wird ab dem Haushalt 2012 ein positiver Saldo aus der Veränderung der Aktivwerte für die Rückdeckungsversicherung und den entsprechenden Prämienzahlungen nicht mehr aufwandsmindernd, sondern als Ertrag erfasst. Dieser veränderte Ausweis geht auf eine Anregung des Wirtschaftsprüfers zurück.

Aufwendungen
Den Erträgen stehen im Jahr 2012 geplante Aufwendungen in Höhe von 2 144,0 Mio. Euro gegenüber. Davon entfallen gemäß der EBS-Systematik 1 609,5 Mio. Euro auf die Programmbereiche und rund 234,4 Mio. Euro auf die Gemeinkostenbereiche. Die Gemeinkostenbereiche werden wiederum durch eine Umlage an die Dienstleisterbereiche in Höhe von ./. 17,9 Mio. Euro entlastet. Für die Übrigen Gemeinkosten sind Aufwendungen in Höhe von 273,5 Mio. Euro veranschlagt. Bei den Dienstleisterbereichen ist als Saldo von Erlösen und Kosten ein Verlust (= positiver Zusatzaufwand) von rund 9,6 Mio. Euro kalkuliert.

Zudem sind die zentral budgetierten Personalaufwendungen mit 34,9 Mio. Euro vorgesehen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Personalaufwendungen, die nicht den jeweiligen Geschäftsbereichen zugeordnet werden können beziehungsweise für die eine dezentrale Zuordnung nicht zweckmäßig wäre (kurzfristig Beschäftigte, Auszubildende).

Die Personalaufwendungen insgesamt, also unter Berücksichtigung der dezentral verursachungsgerecht veranschlagten Personalkosten, sind mit 354,4 Mio. Euro geplant und beinhalten eine prognostizierte durchschnittliche Tarifsteigerung von 1,5 Prozent für das Jahr 2012. Ohne die Aufwendungen für Versorgung beläuft sich der Anteil der Personalaufwendungen an den Gesamtaufwendungen im Jahr 2012 auf 13,3 Prozent, einschließlich der Versorgung ergibt sich eine Quote von 16,5 Prozent. Bei der Bewirtschaftung des Personaletats im Haushaltsvollzug 2012 sind restriktive Einsparauflagen umzusetzen.

Die Aufwendungen der Programmbereiche steigen gegenüber dem Vorjahr um rund 123,3 Mio. Euro (+ 8,3 Prozent) auf 1 609,5 Mio. Euro. Der darin enthaltene Sendeaufwand beträgt 1 280,5 Mio. Euro und liegt um 125,3 Mio. Euro (+ 10,8 Prozent) über dem Vorjahreswert. Der Anstieg der Aufwendungen ist fast ausschließlich auf den Mehraufwand von 118,5 Mio. Euro für die im Jahr 2012 stattfindenden Sportgroßereignisse zurückzuführen. Dem steht im Vergleich zum Vorjahr ein Minderaufwand aus dem für die Sportevents entfallenden Regelprogramm von 15,7 Mio. Euro gegenüber.

An der Schwelle zum Jahr 2012 steht auch der Um- beziehungsweise Ausbau des ZDF vom ehemaligen Ein-Kanal-Sender zu einer multimedialen Senderfamilie vor einem gewissen Abschluss. Mit Erreichen des Ziels »ZDF 2012« ist ein wichtiger Meilenstein im Transformationsprozess des Senders erreicht. Die Transformation als solche geht gleichwohl weiter: Die digitale Revolution fordert eine permanente, flexible und rasche Anpassung an die sich dynamisch verändernden Rahmenbedingungen. Die entsprechenden Veränderungen werden das Haus quer durch alle Bereiche noch weit über das Jahr 2012 hinaus beanspruchen.

Umfang und Bedeutung der Herausforderungen für eine klassische Fernsehanstalt sind zwar offensichtlich, doch in der Regel über den Rand des Tagesgeschäfts hinaus kaum verlässlich prognostizierbar: Schon heute nutzt die Generation der Digital Natives, der 14- bis 29-Jährigen, Internet und Fernsehen gleichberechtigt und nahezu in gleichem Umfang. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, da massenmarkttaugliche Endgeräte noch nicht hinreichend etabliert sind. Die Medienkonvergenz steckt also eher noch in den Kinderschuhen, und die vielfach gewünschte orts- und zeitsouveräne Nutzung von Medieninhalten ist erst in Ansätzen erkennbar. Maßgeblich getrieben wird der Prozess auch durch die boomenden Sozialen Netzwerke wie Facebook, die das Kommunikations- und Mediennutzungsverhalten gerade von jungen Menschen nachhaltig beeinflussen.

Die ungeheure Dynamik der Entwicklung ist dabei offenbar die einzige Konstante, die der Markt momentan zu kennen scheint. Im Bemühen um generationenübergreifende Akzeptanz für öffentlich-rechtliche Programm-Marken gilt es daher, beharrlich die sich rasant ändernden Struktur- und Rahmenbedingungen des digitalen Medienumfeldes im Auge zu behalten. Gleichzeitig bestätigen Untersuchungen jedoch wiederholt, dass der überwiegende Teil der Nutzer auch in Zukunft Fernsehen in exzellenter Qualität, sprich: im bestmöglichen technischen Standard, wünscht. Aus diesem Gesamtbefund ergibt sich: Die öffentlich-rechtlichen Sender sind in der Pflicht, ihren Auftrag und damit ihre Inhalte für alle Nutzer  unabhängig von Kanal und Plattform  auch weiterhin zu erfüllen.

Durch sein maßgebliches, konsequentes Engagement in Bereichen wie HbbTV und HD-TV wie auch durch seine vielfach prämierte Mediathek kann das ZDF in technologischer Hinsicht als Innovationsmotor des deutschen Fernsehens angesehen werden. Aber auch seine Programme setzen Maßstäbe: So ist das ZDF  laut der aktuellen Imagestudie der ZDF-Medienforschung  der Sender mit der größten Kompetenz in den Programmbereichen Dokumentationen, deutsche Kino- und Fernsehfilme, Unterhaltungsshows sowie Wissenschafts-, Wirtschafts- und Kulturmagazine. Das ZDF will auch künftig der Sender mit dem höchsten Informationsanteil aller deutschen Vollprogramme und mit einem entsprechend herausragenden Programmprofil bleiben. In der Informationsflut der digitalen Welt kommt ihm als öffentlich-rechtlichem Medienunternehmen durch seinen publizistischen Auftrag ein unverzichtbarer Stellenwert zu: Es hat im Sinne eines professionellen, qualitativ zuverlässigen Journalismus eine publizistische Öffentlichkeit frei von Wirtschaftsinteressen herzustellen.

Die Vermittlung von Wissen, die Darstellung der Vielfältigkeit von Kultur und Natur sowie Angebote zur Orientierung in Alltags- wie auch Daseinsfragen sind eine der Domänen des ZDF: Historische und zeitgeschichtliche Dokumentationen, Wissenschafts- und Kulturmagazine, Natur- und Tiersendungen versuchen, die vielfältigen Phänomene und Probleme des Lebens in einem Gesamtzusammenhang zu sehen sowie die komplizierten Sachverhalte der Welt und des Weltgeschehens möglichst vielen Zuschauern nachvollziehbar darzustellen. Die kultur-, wissenschafts- und naturgeschichtlichen Stoffe wird das ZDF in Hochglanzqualität und neuester Machart erzählen, häufig präsentiert von prominenten Persönlichkeiten.

Dabei sollen immer wieder neue Themen und Inhalte entdeckt und in innovativer Weise umgesetzt werden, um auch weiterhin erfolgreich ein breites Publikum anzusprechen.

Im Sportjahr 2012 wird es zwei herausragende Ereignisse geben, die Fußball-Europameisterschaft der Männer in Polen und der Ukraine mit dem Finale im ZDF sowie die Olympischen Sommerspiele in London. Fußball wird neben den Spielen der Europameisterschaft auch zu sehen sein in Länderspielen der deutschen Nationalmannschaften, im Rahmen des DFB-Pokals mit dem Finale der Frauen in Köln und dem der Männer in Berlin sowie ab August mit der Champions-League-Saison 2012/2013. Zu den weiteren Höhepunkten der Sportberichterstattung 2012 gehören die Handball-Europameisterschaft, die Rodel-Weltmeisterschaft, die Skiflug-Weltmeisterschaft, die Biathlon-Weltmeisterschaft sowie die Leichtathletik-Europameisterschaft.

Zeitgemäß, lebendig und nah am öffentlichen Diskurs: Nach diesen drei Kriterien wählt das ZDF bei Fernsehfilmen und Mehrteilern seine Geschichten, Themenfelder und Lebenswirklichkeiten, seine Sujets und Milieus aus. Die fiktionalen Programme sollen dabei nicht nur unterhalten, sondern auch die Reflexion individueller wie gesellschaftlicher Verhaltensweisen und Prozesse anregen oder befördern. Im Jahr 2012 soll die gewohnt abwechslungsreiche Mischung aus Komödien, Krimis, melodramatischen und sozialen Filmstoffen fortgeführt werden. Mehrteiler sind dabei besondere Highlights im fiktionalen Angebot des ZDF. Gekonnt inszeniert und hochkarätig besetzt, werden auch weiterhin die emotionalen Verfilmungen von melodramatischen Stoffen das seit Jahren erfolgreiche Format des ZDF-Sonntagsfilms repräsentieren. Der Sendeplatz am Sonntag um 22 Uhr steht weiterhin ganz im Zeichen erstklassiger, prämierter und vielbeachteter europäischer Krimireihen. Das ZDF wird als Anbieter hochwertiger moderner Kino-Unterhaltung auf den Sendeplätzen im Montagskino um 22.15 Uhr sowie an Feiertagen und an Sonntagnachmittagen unter dem Label KinoMagie mit Erstsendungen beziehungsweise Free-TV-Premieren in der Primetime wieder starke Akzente setzen.

Nützliche Information und Anregung suchen viele Zuschauer mittlerweile in unterhaltender Form. Diesen Trend wird das ZDF im Bemühen um einen eigenen Stil aufgreifen und insbesondere in den Formaten der Hauptredaktion Show die Verbindung aus Erlebnis, unterhaltendem Zeitgeschehen und Alltagskultur herzustellen versuchen. In diesem Kontext gilt es, Programmhighlights zu setzen und Events mit Wiedererkennbarkeit anzubieten.

Die Sendeleistung des Gemeinschaftsprogramms 3sat liegt mit 527 040 Minuten leicht über dem Ansatz des Vorjahres. Der Sendeaufwand reduziert sich hingegen erheblich um 6,0 Mio. Euro auf 34,7 Mio. Euro. Die Kürzung resultiert in erster Linie aus der internen Umschichtung von Finanzmitteln für die Weiterentwicklung des Digitalkanals ZDFkultur.

Der Sendeaufwand für ARTE beträgt 37,2 Mio. Euro und ist gegenüber dem Vorjahr mit einem leicht gefallenen Aufwand von 0,5 Mio. Euro verbunden. Dabei entspricht die Sendeleistung mit 80 000 Minuten dem Vorjahresansatz. Dem Sendeaufwand stehen entsprechende ARTE-Erträge gegenüber, die dem ZDF von ARTE Deutschland für die bereitgestellten Programmbeiträge zufließen. Für PHOENIX ist im Jahr 2012 ein Gesamtaufwand von 18,0 Mio. Euro (./. 0,5 Mio. Euro) vorgesehen.

Der Aufwand für den Kinderkanal beim ZDF beträgt 42,2 Mio. Euro. Er beinhaltet sowohl den Aufwand für vom ZDF zugelieferte Programme als auch die Kostenbeteiligung des ZDF an den in der Zentrale in Erfurt erstellten Programmbeiträgen.

Die Aufwendungen für ZDFneo liegen mit 31,9 Mio. Euro um 1,7 Mio. Euro über dem Ansatz des Vorjahres. Dieser erhöhte Aufwand im Vergleich zum Vorjahr resultiert in erster Linie aus der Aufstockung des Etatansatzes im Rahmen des Ausbaus der Digitalkanäle.

Der Haushaltsplan 2012 sieht für ZDFinfo einen um 0,9 Mio. Euro reduzierten Aufwand von 17,1 Mio. Euro vor. Der geringere Ansatz ist vornehmlich auf einen geringeren Sendeaufwand zurückzuführen, der sich aufgrund von kostenneutralen Umschichtungen zur Hauptredaktion Neue Medien ergibt.

Für ZDFkultur ist hinsichtlich der Weiterentwicklung der Digitalkanäle eine Aufstockung des Etats um 5,8 Mio. Euro auf 19,2 Mio. Euro vorgesehen, die durch bereits erwähnten Kürzungen und Synergien im 3sat-Programm gedeckt werden soll.

Die Aufwendungen der Gemeinkostenbereiche, die für die Gesamtheit des ZDF tätig sind und folglich nicht unmittelbar Produktionen oder dem Programm zugeordnet werden können, sind im Haushalt 2012 um rund 7,8 Mio. Euro beziehungsweise rund 3,4 Prozent höher angesetzt als im Vorjahr und betragen nunmehr 234,4 Mio. Euro. Zum Anstieg der Aufwendungen tragen überwiegend nachstehende Faktoren bei. Der Bereich Intendanz/Justitiariat weist einen erhöhten Plan-Etat für Anzeigen sowie weitere Mehraufwendungen für geplante Aktionen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sowohl hinsichtlich der 2012 anstehenden Sportgroßereignisse (Fußball-Europameisterschaft und Olympische Sommerspiele) als auch des anstehenden analogen Satelliten-Switch-Off aus. Auch in der Produktionsdirektion/Leitung/Zentrale Bereiche tragen die anstehenden Sportgroßereignisse zu einer erhöhten Aufwandsplanung aus dem Leistungsaustausch mit der ARD bei, denen jedoch korrespondierende Erträge entgegenstehen. Die Verwaltungsdirektion/Leitung/Zentrale Bereiche verzeichnet ebenfalls vereinzelte aufwandssteigernde Faktoren, wie zum Beispiel erhöhte Kosten aus dem Dienstleisterbereich Informations- und Systemtechnologie. Entlastet werden die Gemeinkostenbereiche durch eine Umlage an die Dienstleister in Höhe von ./. 17,9 Mio. Euro.

Die Übrigen Gemeinkosten belaufen sich auf 273,5 Mio. Euro. In dieser Position sind nicht unmittelbar beeinflussbare Kostenkomponenten wie der betriebliche Steueraufwand, der Gebühreneinzug und die Zinsaufwendungen zentral unter einer Haushaltsstellengruppe veranschlagt. Der merkliche Anstieg gegenüber dem Vorjahr (+ 40,2 Mio. Euro) resultiert maßgeblich aus einem erhöhten Vorsteueraufwand sowie aus einem deutlich höheren Zinsaufwand für Versorgungsrückstellungen. Letzterer ergibt sich aus der Berücksichtigung der neuen Parameter des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes hinsichtlich der Pensionsrückstellungen.

Die Dienstleisterbereiche sind mit dem Saldo aus Erlösen und Kosten in Höhe von 9,6 Mio. Euro budgetiert, was einem Verlust (= positiver Zusatzaufwand) in dieser Höhe entspricht. Im Vorjahresvergleich erreicht man hierbei eine leichte Ergebnisverbesserung um 0,9 Mio. Euro. Insgesamt stehen dem von den Dienstleistern abgegebenen Leistungsvolumen, also den Erlösen in Höhe von 402,7 Mio. Euro, Kosten von 412,3 Mio. Euro gegenüber.

Investitionshaushalt 2012
Der Investitionshaushalt weist Einnahmen in Höhe von 169,6 Mio. Euro und Ausgaben in Höhe von 128,9 Mio. Euro auf. Daraus ergibt sich ein positives Finanzierungsergebnis von 40,7 Mio. Euro, welches ein um 102,1 Mio. Euro besseres Ergebnis als im Vorjahr darstellt. Verantwortlich hierfür sind hauptsächlich die um 72,6 Mio. Euro gestiegenen Einnahmen. Daneben ist aber auch ein Rückgang bei den Ausgaben um 29,5 Mio. Euro zu verzeichnen.

Auf der Einnahmenseite sind hauptsächlich Abschreibungen/Abgänge auf Sachanlagen in Höhe von 81,2 Mio. Euro, Versorgungsrückstellungen in Höhe von 51,3 Mio. Euro sowie eine Verminderung des Programmvermögens in Höhe von 31,0 Mio. Euro zu verzeichnen. Der im Vergleich zum Vorjahr starke Anstieg der Versorgungsrückstellungen von 24,6 Mio. Euro ergibt sich analog zu den höheren Aufwendungen im Betriebshaushalt und ist maßgeblich aus der Berücksichtigung der neuen Parameter des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes hinsichtlich der Pensionsrückstellungen beeinflusst. Die Verminderung des Programmvermögens mit 31,0 Mio. Euro ergibt sich aus dem typischen Verlauf des Übergangs zu einem Jahr mit zahlreichen Sportgroßereignissen.

Von den Ausgaben entfallen 96,0 Mio. Euro auf die Sachinvestitionen. Der Anteil der Sachinvestitionen an den Gesamtausgaben liegt damit bei rund 74,5 Prozent. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit liegt, wie schon in den vergangenen Jahren, bei den Dienstleistern der Produktionsdirektion, hauptsächlich im Bereich Informations- und Systemtechnologie (25,9 Mio. Euro) sowie im Bereich Produktions- und Sendebetrieb (22,4 Mio. Euro). Dabei handelt es sich um fortgeführte umfassende Reinvestitionen bei den produktionstechnischen Einrichtungen und Ergänzungen der Hard- und Software sowie bei der IT-Infrastruktur. Die Maßnahmen umfassen unter anderem die Investition für die Regie im Studiobereich, Ergänzungen einer mobilen Produktionseinheit, Anpassungen an den ZDF-weiten digitalen Produktions- und Bearbeitungssystemen sowie Reinvestitionsmaßnahmen im Hauptstadtstudio Berlin. Innerhalb der Verwaltungsdirektion werden vornehmlich Erneuerungsinvestitionen im Bereich Gebäudemanagement vorgenommen, unter anderem die Erweiterung der unterbrechungsfreien Stromversorgung sowie Anpassungen bei den versorgungstechnischen Einrichtungen. Die beschriebenen Maßnahmen werden grundsätzlich eng nach den gesetzlichen, programmlichen und medienpolitischen Vorgaben beziehungsweise auf die Rahmenbedingungen und strategischen Ziele des ZDF hin ausgerichtet.

Während im Vorjahr bei den Programminvestitionen ein Zuführungssaldo in Höhe von 43,8 Mio. Euro im Wesentlichen aus der Anzahlung für Sportrechte vorgesehen war, ergibt sich nunmehr, typisch für ein Jahr mit Sportgroßereignissen, ein Entnahmesaldo auf der Einnahmenseite in Höhe von 31,0 Mio. Euro als Verminderung des Programmvermögens. In den Ansätzen für die Anderen Investitionen von rund 32,9 Mio. Euro sind vor allem Mittel für den Forderungsaufbau gegen die Rückdeckungsversicherung und den Aufbau des Versorgungsstocks enthalten.

Betriebshaushalt 20121 20112 20121 20112
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
Erträge Aufwendungen
Anteil an den Fernsehgebühren 1719,3 1718,6 Personalaufwand/
Zentralbudget
34,9 26,7
Erträge aus dem Werbefernsehen 125,0 111,0 Programmbereiche 1609,5 1486,2
Zinserträge 15,0 15,6 Gemeinkosten-
bereiche
234,4 226,5
Übrige Erträge 168,8 148,3 Umlageentlastung Gemeinkosten-
bereiche
-17,9 -17,5
Übrige Gemeinkosten 273,5 233,3
Dienstleister-
bereiche3
9,6 10,5
Summe Erträge 2028,1 1993,4 Summe Aufwendungen 2144,0 1965,7
Jahresergebnis -116,0 27,7
Investitionshaushalt
Einnahmen Ausgaben
Sachinvestitionen 96,0 82,7
Abschreibungen und Anlagenabgänge 81,2 68,1 Programm-
investitionen
43,8
Verminderung Programmvermögen 31,0
Langfristige Rückstellungen 54,9 28,3 Forderung Rückdeckungs-
versicherung
22,3 14,8
Sonstige Einnahmen 2,5 0,6 Zuweisung Vorversorgungsstock 9,5 16,2
Finanzinvestitionen 1,1 0,9
Summe Einnahmen 169,6 97,0 Summe Ausgaben 128,9 158,4
Finanzierungs-
ergebnis
40,7 -61,5
Entnahme aus der Rücklage 75,3 33,7
(Ergebnis Betriebshaushalt) (-116,0) (27,7)
(Ergebnis Investitions-
haushalt)
(40,7) (-61,5)
Zuführung zum Anstaltskapital 61,5
Entnahme aus dem Anstaltskapital 40,7

  1. Der Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 2012 ist am 25. November 2011 vom Verwaltungsrat beschlossen und am 9. Dezember 2011 vom Fernsehrat in öffentlicher Sitzung beraten und genehmigt worden
  2. Der Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 2011 ist am 26. November 2010 vom Verwaltungsrat beschlossen und am 10. Dezember 2010 vom Fernsehrat in öffentlicher Sitzung beraten und genehmigt worden
  3. Ein negativer (positiver) Zusatzaufwand entspricht einem Überschuss (Defizit) des jeweiligen Dienstleisters
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